Flug in den Sonnenuntergang bei Hanstholm (DK). Foto: Ehrhard Wende

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  • Flensburgs versteckte Schönheit

    Ok, mit der Überschrift ist ja schon mal klar, wo meine dritte Etappe endete: ich bin bei Monika und Paul angemeldet, Freunde vom Rudern, die in einem gemütlichen Häuschen im Flensburger Zentrum wohnen.

    Ankunft an der Flensburger Hafenspitze

    Ich kannte Flensburg bisher nur oberflächlich und dachte, die Stadt hat außer dem schön gelegenen Hafen am Westende der Flensburger Förde nicht viel zu bieten. Monika hat mir auf einem mit Überraschungen gefüllten Stadtrundgang die Augen geöffnet. Verwunschene Gassen und Gärten, das Gängeviertel mit den alten Seemannshäusern – herrlich. Fotos gibt’s keine, den ich war so mit zuhören beschäftigt, dass ich gar nicht ans Bilder machen dachte. Und die Dämmerung war auch schon angebrochen, da wir spät gestartet sind – Am Nachmittag und Abend hatte es in Strömen gegossen und ich war ganz froh, die Nacht nicht im Zelt sondern im gemütlichen Gästezimmer unterm Dach verbringen zu dürfen.

    Da die Etappe von Schleswig bis Flensburg relativ kurz war, hab ich mir Zeit gelassen und bin den ausgeschilderten Fernradweg “Ochsenweg” abgeradelt. Der Weg ist landschaftlich wunderschön abseits der befahrenen Straßen angelegt und führt gezielt zu den Sehenswürdigkeiten der Region. Mich haben besonders die steinzeitlichen Grabhügel bei Sieverstedt und Großgräber bei Oeversee südlich von Flensburg fasziniert.

    Unter diesem Riesenberg liegt wohl Herr oder Frau Wichtig begraben.

    Die Landschaft ist auf dieser Etappe schon deutlich bewegter als die Tage zuvor, so dass sich die vielen kleinen Hügelchen am Ende auf fast 300 Höhenmeter summiert hatten. Das ist jetzt nicht wahnsinnig viel – aber mir hat es Vertrauen gegeben, dass ich die über 50 Kilo wiegende Schubkarotte auch die Berge hoch bewegt bekomme – und dass das Ding bergab so richtig richtig Spaß macht! Das Radel macht sich insgesamt sehr gut und zeigte auf dem teils unbefestigten Ochsenweg auch, dass Gravelbike-Gene in ihm stecken.

    Schotterpiste unter mir und bleiener norddeutscher Himmel über mir

    Und zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis ans Regierungsviertel in Berlin: 👉 bitte denkt bei der Verplanung der Infrastruktur-Milliarden auch an das Radwegenetz, damit diese Schilder bitte wieder aussterben

  • Willkommen bei den Wikingern

    Tag 2 meiner Reise führt mich nach Schleswig, wo es wenig südlich am Rande eines Seitenarms der Schlei die Geschichte der ehemaligen WikingerSiedlung Haithabu zu besichtigen gibt.

    Mein Weg dahin führte von Aukrug nach Nordwesten, bei Breiholz durfte die Schubkarotte dann Fähre fahrend den Nord-Ostsee-Kanal überqueren und weiter ging’s über Rendsburg nach Schleswig.

    Tropfen von oben waren nur eine kurze Episode, aber ein böiges Lüftchen direkt auf die Nase begleitete mich durch den Tag und hat meine Fahrt etwas gebremst.

    Nachmittags kam die Sonne wieder durch und ich konnte in Rainers sonnigem Garten unter blühenden Apfelbäumen entspannen.

    Das Zauberwort heißt 1nitetent, eine Plattform von wunderbaren Menschen wie Rainer, die Wanderern und Radfahrern gestatten, in ihrem Garten für eine Nacht zu zelten. Wow – was für eine tolle Möglichkeit, sein Zelt ⛺ legal aufzubauen, und dazu gibt’s obendrein Gelegenheit, interessante Leute kennenzulernen. Danke Rainer!

    Wenn du noch nie in Schleswig warst, dann plan den Besuch doch mal ein! Schöne Stadt an der Schlei und richtig viel zu sehen gibt’s auch: Allein drei bedeutende Museen gibt es: Haithabu, Dannewerk und das Landesmuseum Schloss Gottorf – und dann gibt’s auch noch das Idyllische Fischerdorf Holm.

    Eine Brauerei scheint es nicht zu geben. Na dann gibt’s eben Flens! Prost 🍺 und bis zum nächsten Post

    Feierabendbierchen am Schleswiger Stadthafen nach 70 Radelkilometer
  • Es geht los – Tag 1 meiner Auszeit ist endlich da

    So hatte ich mir das gewünscht für meinen Start in den Urlaub: Der Wonnemonat Mai zeigt sich von seiner schönsten Seite, herrlicher Sonnenschein mit ein paar harmlosen Haufenwölkchen, dazu ein weicher warmer Südwind, der mich nach Norden schieben wird.

    Die Schubkarotte, mein orangefarbenes Lastentier, rollt voll bepackt vom Hof. Von Hamburg geht’s über Norderstedt, Kaltenkirchen und Bad Bramstedt Richtung Neumünster. Meine Frau Birgit begleitet mich noch ein Stückchen bevor ich mein Abenteuer alleine beginn.

    Kleine Umwege lohnen sich – abseits der befahrenen Hauptstraßen roll ich über wunderschöne Alleen und kleine Dörfer durch die Mitte Schleswig-Holsteins.

    Nach gut 70 Kilometern erreiche ich einen traumhaft gelegen Trekkingplatz im Naturpark Aukrug. Die Trekkingplätze wurden durch die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein als legale wilde Übernachtungsmöglichkeit geschaffen. Mein erster Besuch auf einem dieser Plätze begeistert mich.

  • Am Tag X minus 2 gibt’s was auf die Ohren

    Pünktlich zum geplanten Reisestart hat mich mein Sohn Flo mit einer Playlist handverlesener Musik versorgt. Als erfahrener TransEuropaRadler weiß er, was es braucht, um etwas langweilige Streckenabschnitte unterhaltsam zu machen, bei Regen und Gegenwind Energie zu liefern oder einen magischen Augenblick im Sonnenuntergang musikalisch zu untermalen. Und natürlich kennt er Vadders musikalische Vorlieben und hat auch eine Idee, was der alte Mann unbedingt mal hören sollte 😉. Danke Flo für Wolles Radelliste!

  • Kleine Überraschung am Tag X minus 7

    Ist der noch ganz dicht? Der in vielerlei Kontext beliebte Spruch beschäftigt auch mich, besonders dann, wenn es um den Packsack für meine feuchtigkeitsempfindliche Gleitschirmausrüstung geht. Auf dem Rad muss der Packsack nicht nur Regenwasser von oben sondern auch Spritzwasser von allen Seiten zuverlässig abhalten. Praxis schlägt Theorie – mein in die Jahre gekommener Packsack muss in die Power-Dauer-Shower.

    Wie gut, dass ich meinem Bauchgefühl gefolgt bin und noch einmal den Praxistest gemacht habe. Jetzt weiß ich wenigstens, dass ich hier schleunigst Ersatz beschaffen muss. Der Cruise Backback dry hält nicht mehr, was er verspricht 😕.

    Zum Glück weiß ich schon, was da als Alternative in Frage kommt.

  • X minus 27

    Am 1. Mai 2025 geht es auf Reisen – und die Daheimbleibenden sollen die Möglichkeit haben, von Zeit zu Zeit ‘mal nachzusehen, wohin die Reise geht.

    Ein Blog soll her! Wow, eines der Kinder hat in Windeseile die Website gebastelt. Und jetzt komm ich – Berührungsängste hab ich nicht, Ahnung aber leider auch nicht. Das wird man dieser Website auch ansehen. Aber man muss die Prioritäten richtig setzen, die Liste der Dinge, die noch zu erledigen sind bevor ich auf Reisen geh ist lang. Da bleibt nicht viel Zeit für ausgefallenes Design.

    Inhalt muss her und heute bei X – 27 geht’s los: der erste Beitrag auf Schubkarotte ist da!