Ok, mit der Überschrift ist ja schon mal klar, wo meine dritte Etappe endete: ich bin bei Monika und Paul angemeldet, Freunde vom Rudern, die in einem gemütlichen Häuschen im Flensburger Zentrum wohnen.

Ich kannte Flensburg bisher nur oberflächlich und dachte, die Stadt hat außer dem schön gelegenen Hafen am Westende der Flensburger Förde nicht viel zu bieten. Monika hat mir auf einem mit Überraschungen gefüllten Stadtrundgang die Augen geöffnet. Verwunschene Gassen und Gärten, das Gängeviertel mit den alten Seemannshäusern – herrlich. Fotos gibt’s keine, den ich war so mit zuhören beschäftigt, dass ich gar nicht ans Bilder machen dachte. Und die Dämmerung war auch schon angebrochen, da wir spät gestartet sind – Am Nachmittag und Abend hatte es in Strömen gegossen und ich war ganz froh, die Nacht nicht im Zelt sondern im gemütlichen Gästezimmer unterm Dach verbringen zu dürfen.
Da die Etappe von Schleswig bis Flensburg relativ kurz war, hab ich mir Zeit gelassen und bin den ausgeschilderten Fernradweg “Ochsenweg” abgeradelt. Der Weg ist landschaftlich wunderschön abseits der befahrenen Straßen angelegt und führt gezielt zu den Sehenswürdigkeiten der Region. Mich haben besonders die steinzeitlichen Grabhügel bei Sieverstedt und Großgräber bei Oeversee südlich von Flensburg fasziniert.

Die Landschaft ist auf dieser Etappe schon deutlich bewegter als die Tage zuvor, so dass sich die vielen kleinen Hügelchen am Ende auf fast 300 Höhenmeter summiert hatten. Das ist jetzt nicht wahnsinnig viel – aber mir hat es Vertrauen gegeben, dass ich die über 50 Kilo wiegende Schubkarotte auch die Berge hoch bewegt bekomme – und dass das Ding bergab so richtig richtig Spaß macht! Das Radel macht sich insgesamt sehr gut und zeigte auf dem teils unbefestigten Ochsenweg auch, dass Gravelbike-Gene in ihm stecken.

Und zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis ans Regierungsviertel in Berlin: 👉 bitte denkt bei der Verplanung der Infrastruktur-Milliarden auch an das Radwegenetz, damit diese Schilder bitte wieder aussterben
