Early Birds

Dienstag 17 Juni


Der Wecker steht auf 5 Uhr früh. Noch etwas verschlafen schau ich aus meinem Schlafsack heraus auf den Morgenhimmel – flache, dunstartige Bewölkung zieht von der See her über die Halbinsel. Das wird aber bald vorbei sein, wenn die Sonne höher steigt und den Dunst weg heizt. Dann wird es auch heute wieder Sonne satt geben!

Als nächstes der Blick auf’s mobile Endgerät – ich kann mein Glück nicht fassen. Am Leuchtturm Sletterhage weht der Südwestwind sehr gleichmäßig mit 20 km/h – Idealbedingungen für einen morgendlichen Genußflug an der Steilküste bei Ørby. Allerdings wird der Wind laut Vorhersage ab ca 8 Uhr weiter Richtung Süd drehen und relativ rasch zunehmen. Das Flugfenster ist offen – aber wohl nicht all zu lange!

Das ist das erhoffte Szenario für heute früh, und um einen zügigen Aufbruch von meinem Nachtlager zu ermöglichen habe ich gestern Abend schon alles soweit reisefertig gemacht, was ich über Nacht nicht brauche. Ohne gefrühstückt zu haben wird das Gepäck auf der Schubkarotte verstaut, dank Routine mittlerweile ein zügiger Ablauf!

Noch vor 6 Uhr früh steh ich fertig vorbereitet am Startplatz. Ein tief vorbei fliegender Helikopter der Marine erinnert mich daran, dass ich noch mal die NOTAM – Notice to Airmen – checken muss, um sicherzustellen, dass keine Sperrungen des Luftraums vorhanden sind. Eigentlich gibt es hier bei Helgenæs keine Flugbeschränkungsgebiete – aber sicher ist sicher. Alles gut! Ich darf abheben.

Die Luft ist angenehm ruhig heute morgen und Sissy findet ihren Weg fast alleine im Aufwindband entlang der Küste.

Noch draußen über der See geht es heute früh nach oben und ich kann ein ganzes Stück über s Meer hinausfliegen. Der Rückweg zur Steilküste geht mit Schiebewind sehr schnell und dort ist verlässlich Aufwind zu finden, der mich zügig wieder auf Höhe bringt.

Zum Abschluss darf Sissy noch ein bisschen Frühsport treiben und ein paar sportlich-dynamische Kurven fliegen.

Für mich und die Schubkarotte geht der Sport allerdings nach dem Flug erst richtig los. Ich will heute noch Aarhus erreichen. Über’s Wasser der Aarhus Bugt sind das nur wenige Kilometer, ich hatte die Kulisse der Stadt beim Fliegen sehen können, auf dem Landweg hingehen sind es aber zunächst 30 hügelige Kilometer nach Norden und dann rund 35 km Richtung Südwesten.

Nicht ganz die Hälfte der Strecke ist geschafft in Følle Strand

Mit Rückenwind geht es zunächst zügig gen Norden, der Weg südwärts wird dann mit dem stark auffrischenden Südwind allerdings wieder etwas anstrengender und ich bin ganz froh, am späten Mittag Aarhus zu erreichen.


Was für ein Kontrast zu den zurückliegenden Tagen, an denen ich oft abseits der Zivilisation weitgehend alleine die Zeit verbracht hab.

Aarhus hingegen ist quicklebendig. Manche Straßenzüge erinnern mich an meine Heimatstadt Hamburg.

Mittagspause unweit des Aarhuser Doms